05.04.2019    Tobias Dehler

Pay what you want! – Unser Monetarisierungs–Experiment

"Wir müssen reden" – ein schrecklicher Satz. Und dann auch noch über Geld?

Als wir bergisch.io gestartet haben, wussten wir gar nicht, ob unser kleines Projekt ein Jahr später noch existieren würde. Wer weiß schon, wie sich Ideen entwickeln? Also haben wir über ein Budget, und das, was man neudeutsch Monetarisierung nennt, zunächst nicht nachgedacht. Erstmal sehen, wie sich die Sache entwickelt, war die Prämisse.

Klar war von Anfang an, dass die Recherche und die Profile der Anbieter auf unserem Portal kostenlos sind. Denn Vernetzung funktioniert nur, wenn sie für alle frei zugänglich ist; auch einen Podcast oder Newsletter gibt's "für umme".

Die Plattform bergisch.io haben wir bei tangolima vollständig in-House programmiert. Kein CMS, keine Themes, keine Plugins – alles mit Liebe von uns selbst designed, gecoded, getextet und bekannt gemacht. Das macht uns allen viel Spaß, braucht aber natürlich auch viel (Arbeits-)Zeit.

Seit wir gestartet sind, bekommen wir eigentlich immer wieder eine Frage gestellt: "Wer bezahlt das Ganze denn?" Fördergelder haben wir weder beantragt noch bekommen. Kostenpflichtige Features gab es bisher nicht. Die Antwort ist, wir zahlen uns selber.

Die Reaktion darauf war meistens entweder "Das müsste doch eigentlich [hier eine Institution der Wahl einfügen] finanzieren" oder "Das macht ihr doch nicht einfach so. Die Sache hat doch einen Haken".

Beides stimmt aber wirklich nicht. Wir wollten nicht darauf warten, ob irgendwer, irgendwie so ein Projekt finanzieren will und das Ganze hat auch bestimmt keinen Haken.

Aber auch wir haben manchmal Hunger und Durst, brauchen Kleidung und fahren Autos. Alles für alle für immer umsonst – dafür reicht unser Budget dann ehrlicherweise auch nicht.

Also haben wir überlegt, wie wir für bestimmte Funktionen, wie die Jobbörse oder die Projektausschreibungen, Geld nehmen können, ohne dadurch den potenziellen Teilnehmerkreis einzuschränken.

Die Lösung: "Pay what you want". Auf gut deutsch: Jeder zahlt das, was es ihr oder ihm wert ist, beziehungsweise wozu sie oder er in der Lage ist. Der Mindestbetrag ist 1,00 €.

Doch das war uns nicht genug. Wir glauben an die Zukunft unserer Region und wir wollen mit dem "Pay what you want"-Umsatz diese Zukunft besonders fördern. Deswegen spenden wir 20% des Umsatzes an vier Zukunftsorganisationen aus dem Bergischen Land. Nämlich an die Junioruni in Wuppertal, an die Gründerschmiede in Remscheid, an das Haus der kleinen Forscher in Solingen und an das Bergischen Schultechnikum in Wuppertal. Denn Bildung schafft Zukunft!

Wir wissen nicht, ob und wie unsere neuen Funktionen und das Bezahlmodell angenommen werden. Aber wir sind sicher, dass im Sinne unserer Haltung "delivered in beta" auch diese Idee für die Entwicklung von bergisch.io wegweisend sein wird. Wir werden offen von unseren Erfahrungen berichten.

Wir sind gespannt, wie unsere Idee bei den Nutzern von bergisch.io ankommt und freuen uns wie immer über Fragen oder Anregungen per E-Mail an hallo@bergisch.io.


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